Beschreibung
Die rasante Entwicklung leistungsfähiger Quantencomputer stellt einen disruptiven Einschnitt für unsere heutigen kryptografischen Verfahren dar. Während Shor‑ und Grover‑Algorithmen bereits heute zeigen, wie verletzlich asymmetrische und symmetrische Verfahren gegenüber Quantenangriffen werden können, wächst der Druck auf Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen, frühzeitig Strategien zur Post‑Quantum‑Migration zu entwickeln.
Der Workshop startet mit einem Einblick in die aktuellen Bedrohungsszenarien und erläutert, warum bereits heute ein „Store‑Now‑Decrypt‑Later“-Risiko besteht. Anschließend wird das Forschungsprojekt VerQueRD vorgestellt, das systematisch analysiert, wann der Umstieg auf Post‑Quanten‑Kryptografie sinnvoll und machbar ist sowie welche Erkenntnisse und Ergebnisse zu erwarten sind.
Im zweiten Teil werden zentrale Post‑Quantum‑Kryptoverfahren behandelt – mit Fokus auf mathematische Grundlagen, Funktionsprinzipien sowie den zu erwartenden Ressourcenanforderungen wie Laufzeit und Speicherbedarf.
Darauf aufbauend wird die Brücke zur praktischen Migrationsplanung geschlagen: Wie lässt sich eine Cryptography Bill of Materials (CBOM) strukturieren? Welche Informationen müssen enthalten sein? Und wie kann CBOM in bestehenden SBOM‑Ökosystemen, insbesondere dependency‑track, effizient verwaltet werden, um Migrationsrisiken zu priorisieren und schrittweise zu reduzieren?
Den Abschluss bildet eine strategische Roadmap: Welche Organisationen sollten wann mit der Migration beginnen? Welche vorbereitenden Maßnahmen sind heute schon Pflicht? Und wie gelingt der Weg zu einer nachhaltig quantum‑resilienten Sicherheitsarchitektur?
Referent*innen
Marc Maußner
Marc Maußner hat Informatik in Erlangen studiert. Seit 2018 ist Marc Maußner bei der infoteam Software Gruppe. Er arbeitet als Senior Consultant in den Bereichen: Funktionale Sicherheit, Cybersicherheit und Quantencomputing.